Turm bei Mondschein

abc.etüden 2020 45+46 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Mit auf den Rücken verschränkten Armen macht sich ein Herr mittleren Alters auf den Weg aus der Gastwirtschaft. Draußen, vor der Türe, blickt er auf einen nächtlichen Marktplatz, der nur von wenigen Lichtern beschienen ist. Der Herr atmet tief die Nachtluft ein und aus. Immerhin, es regnet gerade nicht! Das ist insofern bemerkenswert, als dass es die beiden letzten Tage ständig wie aus Kübeln gegossen hat. Der Herr im Biedermeierrock nutzt die Gunst der Stunde und macht einen kleinen Spaziergang. Sein Weg führt ihn vom Marktplatz zum nahen Weinberg hin. Durch kleine, dunkle Gassen schlendert er den Berg hinauf. Ganz in Gedanken versunken, achtet er fast nicht auf seine Umgebung. Doch dann: Der Vollmond kommt zwischen ein paar Wolken hervor und wirft sein Licht auf einige kleine Häuser sowie die in der Nähe stehende Stadtmauer. Der Herr bleibt stehen und sieht sich um. Dabei fällt sein Blick auf ein beachtenswertes Gebäude. Als er näher tritt, stellt er fest, dass es sich dabei um einen Stadtturm handelt. Das Licht des Vollmonds fällt auch auf diesen und erhellt seine Umgebung. Fasziniert bleibt der Herr im Biedermeierrock stehen, denn der Stadtturm macht bei diesem Nachtlicht einen sehr besonderen Eindruck auf ihn. Die Stimmung empfindet er als fast schon verwunschen und dennoch lieblich. Eilig zieht der Herr seinen Skizzenblock sowie einen Bleistift aus seinem Rock und fertigt in der Kürze der Zeit eine Bleistiftskizze an. Denn dieses Bild vom Turm bei Mondschein will er gerne mit seinen Mitmenschen teilen.

Dieser Text entstand durch die Anregung der abc.etüden von Christiane. Herzlichen Dank hierfür. Die drei von Kain Schreiber gestifteten Begriffe „Nachtlicht“, „lieblich“ und „teilen“ sollten in einem Text mit max. 300 Wörtern eingebaut werden.

13 Gedanken zu “Turm bei Mondschein

  1. Ich denke, Herr Spitzweg hat nicht das Nachtlicht aus- und eingeatmet und der Mond nicht seine Umgebung erhalten … lustig – wie von einem Autofüllprogramm vorlaut eingesetzt … 😉
    Der Stil gefällt mir, ist irgendwie ungewöhnlich – doch der ist immer Geschmackssache.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 47.48.20 | Wortspende von Café Weltenall | Irgendwas ist immer

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